Tierheilpraxis - Medicina Naturale
Nadine Burzlauer
  
 

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Analdrüsen bei Hund & Katze

Gepostet am 2. Februar 2017 um 19:30

Ein immer wieder kehrendes Thema bei vielen Hundebesitzer, sind volle oder gar entzündete Analdrüsen bei ihrem Hund. Dies bedeutet nicht nur Stress für den Hundehalter, sondern ist auch für den Hund ein äußerst unangenehmes Problem!


Was ist überhaupt eine Analdrüse?

Analdrüsen sind Drüsen in räumlicher Nähe zum After, am Ende des Dickdarms.

Sie sondern ein Sekret ab, welches je nach Tierart beim Kotabsetzen mit abgegeben, durch Reiben des Afters an Gegenständen abgestreift oder bei Drüsen mit Speicherraum gezielt aus dieser verspritzt wird.

Ursprünglich besteht ihr Sinn darin, dass sie dem Kot ein Revier markierenden Geruch beigegeben, also zur Bildung eines Individualgeruches zur gegenseitigen Identifizierung der Individuen oder zum markieren des Territoriums, aber auch zur Signalisierung von Paarungsbereitschaft durch Absondern von Pheromonen oder Abwehr von Feinden und natürlich nicht zu vergessen zur leichteren Ausscheidung von festem Kot.


Was ist nun die Ursache dafür das diese voll sind oder sich gar entzünden?

Grundsätzlich werden Analdrüsen erst vom Hund bemerkt, wenn sie Schmerzen verursachen. Im Normalfall tun sie „brav“ ihre Arbeit am Ende des Dickdarms, solange dieser ausreichend Kraft und Durchblutung gibt.

Dass sie sich nicht mehr entleeren und letztlich gar entzünden ist im Grunde ein Alarmsignal für den Dickdarm. Ist der Dickdarm übersäuert, dann wird die Analdrüse mit Toxinen und Säuren überschwemmt. Im besten Fall wird es ausgeschieden, oft ist es aber so, dass das Sekret so dickflüssig wird und den Ausgang nicht findet und damit verstopft.

Grund für die Übersäuerung des Dickdarms lässt auf das Futter rückschließen.

Tierfutter besteht heute zum größten Teil aus pflanzlichen Bestandteilen, früher bestand es hingegen eher aus Fleisch und Knochen. Daher ist zu vermuten das diese Veränderung des Futters dazu führt das der Kot nicht mehr hart genug wird und die Analdrüsen dadurch nicht mehr richtig ausgedrückt werden.

Dadurch entwickeln die vollen Analdrüsen nicht nur einen unangenehmen "Druck", sondern der Inhalt fängt sogar an zu gären. Dieses Bakterienwachstum lässt dann eine Entzündung entstehen, wenn nicht zeitnah gehandelt wird.


Wie äußern sich volle Analdrüsen?

Hunde können die Analdrüsen mit ihrem Maul selbst nicht erreichen, deswegen lecken und beißen sie in dem Bereich um die Rute herum, manchmal so heftig, dass es blutet.

Das so genannte "Schlittenfahren" kann auch ein Hinweis sein, womit der Hund versucht den (Juck-)Reiz zu lindern. Der Hund reibt hierbei mit seinem After über den Boden.

Auch ein Zeichen ist, wenn der Bereich rund um den After empfindlich ist auf Berührungen.

Aber es gibt noch reichlich andere Symptome … also einfach mal sein Tier beobachten.


Was kann man tun um dem vorzubeugen?

Grundsätzlich gilt: Analdrüsen auszudrücken sollte nur eine Notlösung sein, aber kein Dauerzustand.

Wie zuvor erwähnt scheint ein wichtiger Faktor, für eine reibungslose Funktion der Analdrüsen, die Beschaffenheit des Kots zu sein. Wenn dieser zu weich ist, wird die Analdrüse nicht mehr ausreichend entleert, durch den fehlenden Druck. Aber auch zu harter Kot kann Probleme machen, in dem dieser die Ausgänge „zudrückt“ und so ebenfalls eine funktionale Entleerung verhindert.

Wie kann man die Beschaffenheit des Kots beeinflussen? Richtig über das Futter.

Daher lohnt sich ein Blick auf die Verpackung, wenn mit industriellem Futter gefüttert wird, wie hoch der pflanzliche Anteil ist. Da sollte man vielleicht über eine Futterumstellung nachdenken.

Genauso sollte man aber auch die Futterzusammensetzung überdenken, wenn man roh füttert. Zu viele Knochen oder Knorpel machen den Kot härter, eine unausgewogenes Verhältnis zwischen pflanzlichen und tierischem Anteil führt zu weichem Kot. Aber hier ist die Anpassung einfacher und sollte individuell aufs Tier ausgerichtet werden.

Natürlich kann man auch mit Nahrungsmitteln die Funktion der Analdrüsen unterstützen,
z.B. geraspelte Möhren oder geschrotete Leinsamen (1TL).

 

Sollte eine Entzündung bereits vorliegen wenden Sie sich bitte an ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker, der ihnen Möglichkeiten aufzeigen wird dieses Problem zu beheben.
Auch bei Fragen zu der Ernährung ihres Hundes oder zu einer Ernährungsumstellung wenden Sie sich bitte an ihren Tierheilpraktiker oder Tierarzt.

 

Warum ich hier nur auf den Hund eingehe? Katzen können durchaus auch daran erkranken, können aber im Vergleich zu Hunden ihre Analdrüsen selber ausdrücken. Daher tritt dieses Problem in der Praxis auch öfter bei Hunden als bei Katzen auf.

 

Dann bleibt nur noch zu sagen viel Spaß bei zukünftigen Gassi Gängen, bei denen ihr Tier sich entspannt lösen kann. :)

Mit freundlichen Grüßen

Eure Tierheilpraxis – Medicina Naturale

 

Kategorien: Allgemeines

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1 Comment

Antworten Jasmin
11:12 am 9. Oktober, 2018 
Hallo, geschrotete Leinsam so übers Futter oder vorher einweichen?