Tierheilpraxis - Medicina Naturale
Nadine Burzlauer
  
 

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Fragliche vegane/vegetarische Ernährung für Hund/Katze

Gepostet am 20. Oktober 2016 um 11:55

Ein aktueller Fall bringt mich dazu ein, heutzutage oft diskutiertes, Thema auch hier in meinem Blog anzusprechen.

Auf welche Ideen manche Menschen beim Thema Ernährung für Hund (Katze) so kommen ist für mich manchmal wirklich rätselhaft. Die tollste Idee ist Hunde vegetarisch oder gar vegan ernähren zu wollen.

Es gibt zahlreiche Bücher, Artikel, Studien (leider keine Vergleichsstudien, zumindest habe ich keine gefunden) und Internetberichte dazu, wie gesund diese Ernährung für unsere Haustiere sei. Einiges davon habe ich sogar gelesen und zur Kenntnis genommen. Zu diesem Zeitpunkt war das Thema für mich aber nicht wirklich elementar.

Ich möchte gar nicht groß auf den Fall eingehen, aber ihn als Grundlage nutzen für das folgende Thema ‚vegetarische/vegane Ernährung bei Hund/Katze‘.

 

Es mag ja Hunde geben, die mit dieser Form der Ernährung klar kommen, aber eben nicht jede Rasse – jedes Tier muss individuell betrachtet werden. Mir liegt es fern hier jemanden zu verurteilen, ich möchte lediglich meine Gedanken als Anregung liefern diese Form der Ernährung für sein Tier zu überdenken bzw. sich wirklich tiefgründig damit zu beschäftigen.

 

Was gibt es denn für Gründe einen Hund fleischlos oder – „noch besser“ – gar vegan zu ernähren?

Tierschutz? Weil man seine eigenen ethischen Gründe auch auf das Tier übertragen möchte? Weil man das Motto lebt: „Kein Tier darf für die Befriedigung der Bedürfnisse eines anderen sterben.“? Wegen den teilweise schrecklichen Haltungsbedingungen, Tiertransporten, Schlachtungen und Tierquälereien?

 

Gut pflücken wir das Thema doch mal auseinander und betrachten das Ganze mal im Detail.

Ein guter Ansatz ist sicher sich gegen industrielle Massentierhaltung, und die damit verbundenen Qualen für die Nutztiere, zu wenden. Wir als Mensch haben natürlich auch die Freiheit & Möglichkeit, aus diesen Gründen auf den Verzehr tierischer Produkte zu verzichten. Was auch vollkommen ok ist. Aber haben wir auch das Recht, dies unserem Hund aufzuzwingen, für dessen Wohlergehen wir die Verantwortung übernommen haben?

 

Was sagt uns das Deutsche Tierschutzgesetz dazu … dort steht im Absatz – Tierhaltung

§ 2 „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

und unter

3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.  >1 (https/www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html, Tierschutzgesetzt, Neugefasst durch Bek. v. 18.5.2006 – abgerufen am 20.10.2016)<

 

Na sowas, da stellt sich mir doch direkt die Frage, ob vegetarische/vegane Kost für einen Hund nun tatsächlich eine seinen Bedürfnissen entsprechende Ernährung darstellt? Dazu muss man sich wohl auch dem Thema widmen welche Bedürfnisse hat ein Hund, im Zusammenhang mit seiner Ernährung, überhaupt?


Was wissen wir also über unsere Hunde?!

Haushunde (Canis lupus familiaris) sind die domestizierte Form des Wolfes (Canis lupus) und zählen damit zur Familie der Canidae. Sie zählt man, wie auch ihre wilden Vorfahren, zu den Carnivoren, also Fleischfressern. >2 (Canis lupus familiaris: Geschichte, Entwicklung und Nutzung des heutigen Haushundes von Marc Latza)<

Diese nehmen einen gewissen pflanzlichen Anteil mit ihrer Nahrung auf (z.B. Magen¬inhalt der Beutetiere, Kräuter, Beeren), deshalb bezeichnet man sie häufig auch als omnivore Carnivoren. Sie besitzen sogar die Fähigkeit, mit einer stärkereicheren Kost zurechtzukommen, was einen bedeutenden Schritt in der Domestikation des Hundes darstellt. Dennoch ist Hauptbestandteil des Futters von Haushunden immer noch tierischer Herkunft. Man geht dabei von ca. 60 - 90% tierischen und 10 - 40% pflanzlichen Bestandteilen (je nach individuellem Bedarf) in der Gesamtfuttermenge aus.


Was heißt vegetarisch oder vegan im Detail?!

Das Wort vegetarisch leitet sich vom lateinischen “vegetare” (= beleben) bzw. “vegetus” (= frisch, lebendig, belebt) ab. Deshalb werden neben pflanzlichen Nahrungsmitteln nur solche Produkte verzehrt, die von lebenden Tieren stammen, beispielsweise Milch, Eier und Honig.

Vegan ist aus dem Vegetarischen hervorgegangen und heißt man meidet entweder alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder aber die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten insgesamt.


Was machen wir nun mit diesem Wissen?!

Damit sollte jedem der sich die Frage ‚Wie ernähre ich meinen Hund artgerecht?!‘ stellt, eigentlich beantwortet sein, aber ich fasse es hier nochmal zusammen: Die vegetarische/vegane Ernährung von Hunden ist alles andere als artgerecht!

Selbst gesetzlich betrachtet ist eine vegetarische/vegane Ernährung ganz klar ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Argumente wie z.B. Massentierhaltung ist dem Hund egal. Er fragt nicht nach der Quelle, aber wir Hundehalter können uns mit der Herkunft von Futter & Fleisch befassen und darauf achten. Ein guter Punkt hier zu erwähnen ist: Wenn man schon mit seiner eigenen Ernährung bewusst umgeht, sollte man dies doch auch seinen Hund zu Gute kommen lassen!

Ein weiteres Argument der Domestikation ist genauso fragwürdig, wo es heißt: ‚Der domestizierte Hund ist bestens an die menschliche Ernährung angepasst.‘, so dass er vegetarisches/veganes Futter gut verwerten könne.

Wie bereits oben erwähnt ist ein bedeutender Schritt in der Domestikation, dass sie die Fähigkeit besitzen, mit einer stärkereicheren Kost zurechtzukommen. Der Hund hat sich im Laufe seiner Entwicklung also genetisch so verändert, dass sein Körper nun ein Enzym produzieren kann, welches für die Verdauung stärkereicher Kost erforderlich ist. Dies ist nachgewiesen, allerdings gibt es keine Studien, das dies auf alle Hunde/Katzen jeglicher Rassen zutrifft, geschweige denn das die Tiere sehr alt wurden und gesund waren. Dennoch bedarf es weiterer Verdauungsenzyme um auch den restlichen Teil der Pflanze nutzen zu können, die unberührt bleiben aufgrund von diesen fehlenden Enzymen.


Daher kommen wir nun doch nochmal auf das Thema ‚artgerecht‘ zurück!

Was heißt das denn? Artgerecht ist eine Ernährung dann, wenn sie dem Lebewesen alle Nährstoffe zur Verfügung stellt, die es für ein gesundes und langes Leben braucht. Es kommt also ernährungsphysiologisch nicht darauf an, woher ein Lebewesen die Nährstoffe erhält, sondern dass es alle Nährstoffe erhält.

ABER man sollte dabei immer bedenken welche Tiere in ihrer natürlichen Umgebung welche Nahrung bevorzugen. >3 (Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Artgerechte_Haltung - abgerufen am 20.10.2016)< Und das ist bei Hunden & auch Katzen nun mal nicht 100% pflanzlich, sondern min. 60% tierisch (im Ursprung sogar eher 80-90%).

 

Heutzutage kann man so ziemlich alles kaufen, sogar vegetarisches Hundefutter und dies soll durch seine optimale Zusammensetzung alle Nährstoffe liefern, die ein Hund braucht. Wobei Letzteres nur zum Teil stimmt und auch nur rein theoretisch, wie zuvor bereits erwähnt.

Sicherlich sind in diesen Futtermitteln, die als Alleinfutter bezeichnet werden, rein rechnerisch alle Nährstoffe enthalten, die der Hund benötigt, nur liegen sie in einer Form – nämlich pflanzlich – vor, die der Hund schlecht und keinesfalls in ausreichendem Maße verwerten kann, weil seine Verdauung gar nicht darauf ausgelegt ist. Die pflanzliche Nahrung belastet den Organismus, vor allem Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse. Der Organismus verschlackt nach und nach, was auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen führt.

Somit ist das Argument der Anpassung also auch hier nicht in vollem Umfang zutreffend.

Der Verdauungsapparat der Hunde hat sich in den vielen Jahren der Domestikation nur minimal verändert und ist auch heute noch auf die Verarbeitung hauptsächlich tierischer Futtermittel ausgelegt.


Somit können wir abschließend sagen, dass vegetarische/vegane Hundeernährung vielleicht die ethischen und moralischen Bedenken der Verfechter mildert und ihnen ein ruhigeres Gewissen verschafft. Aber gibt es uns dennoch das Recht aus einem von der Natur zum Carnivore bestimmten Tier einen Pflanzenfresser, einen Vegetarier oder gar Veganer zu machen? Oder umgedreht aus einem von der Natur zum Herbivore bestimmten Tier einen Fleischfresser zu machen? Kaninchen würden wohl kaum ein Steak fressen! ;)

Daher liebe Hunde- und Katzenhalter, wenn ihr schon auf so spannende Ideen kommt, beschäftigt euch ausgiebig damit. Übernehmt die Verantwortung für euren Hund eine art-, tier- und bedürfnisgerechte Ernährung zu wählen und das heißt nun einmal: Ein Fleischfresser braucht Fleisch!

 

Kategorien: Ernährung

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