Tierheilpraxis - Medicina Naturale
Nadine Burzlauer
  
 

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Was wichtig ist zu wissen über Hundefutter!

Gepostet am 7. Oktober 2016 um 5:10

Wenn es um das Futter seines Lieblings geht, machen sich einige Hunde- aber auch Katzenhalter viele Gedanken.

Welches Futter ist gut? Was bedeutet eigentlich gutes Futter? Gibt es bestimmte Marken die gut sind? Worauf muss ich achten? Was soll drin sein?

Den Focus im folgenden Text legen wir auf Hund, vieles davon gilt aber ganz klar auch für Katzen.

 

Hundefutter scheint heute mehr denn je ein Buch mit 7 Siegeln zu sein. Wenn man heute in ein gut sortiertes Heimtierfachgeschäft geht wird man förmlich von Angeboten erschlagen.

Da gibt es nicht nur zahlreiche Hersteller, sondern auch unendlich viele Sorten.

Und um das Ganze noch etwas mehr zu verkomplizieren, unterscheidet man noch in 2 große Gruppen, nämlich Nass- und Trockenfutter … und dann kommt noch Frisch dazu.

Für den normalen Hundehalter ist das einfach zu viel des Guten um nich zu sagen undurchschaubar … was soll denn da das Richtige sein für mein Tier und was ist gut für mein Tier?

 

Daher hab ich mir mal die Mühe gemacht ein paar grundlegende Sachen zu erklären auf die es ankommt.

 

Man startet schon mal mit der wesentlichen Entscheidung:

Nass- oder Trockenfutter oder doch beides?

 

Trockenfutter hat durch seine Beschaffenheit schon ein paar Vorteile gegenüber dem Nassfutter:

 

• in der Regel liegt der Feuchtigkeitsanteil bei max. 10 % Wasser oder weniger, wodurch bei richtiger Lagerung das Futter nicht schimmelt

• man muss weniger Futter transportieren um die gleiche Menge zu füttern … da sich die Menge des Trockenfutters im Verdauungstrakt des Hundes um ca. 65% (350g Trockenfutter sind ca. 1 kg frisches Nassfutter) vergrößert

• es kann länger im Napf verweilen, Fliegen und sonstige wurmbringende Insekten befallen stehendes Trockenfutter kaum

 

Was sind nun die Vorteile von Nassfutter:

 

• den Zustand des Nassfutters kann man am Geruch und Aussehen gut feststellen

• Einige Inhaltsstoffe im Nassfutter lassen sich gut erkennen (aber nicht alles).

• in der Regel wird es besser vom Hund akzeptiert

• es lässt sich mit einem höheren Fleischanteil herstellen (Je nach Hersteller mit bis zu 90%).

 

Damit sollte es möglich sein sich für eine Art Futter zu entscheiden.

 

 

Jetzt kommt aber schon die nächste Frage: Woran erkenne ich was gut ist?

Stimmt, es kommt auf die Inhaltsstoffe an, diese müssen durch die Deklarationsordnung der EU auf der Verpackung deutlich zu lesen sein. Aber man muss sie auch lesen und verstehen können. Daher hier nun ein paar helfende Regeln zur Erklärung.

 

Das sollte jedem klar sein: das was als erster Anteil aufgeführt ist, z.B. Rindfleisch, muss auch am Meisten enthalten sein, was als zweites aufgeführt ist, ist am Zweitmeisten enthalten usw.

 

Ist ein Futter besonders beworben, z.B. Huhn und Kartoffel, müssen die Anteile Huhn und Kartoffel zusätzlich mit einer Prozentangabe versehen sein, z.B. Huhn (24 %), Kartoffel (14%).

Künstliche Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker usw. müssen aufgelistet sein. Wenn man den Begriff oder die E Nummer nicht kennt, bemüht einfach Google.

 

Somit ist der erste grobe Eindruck über die Inhaltsstoffe des Futters gewährleistet, aber das ist eben nur grob, denn auf die kleinen Details kommt es an.

 

Bei Trockenfutter gibt es jetzt noch folgendes zu beachten:

Fleisch kommt über einen Trocknungsprozess ins Trockenfutter.

Wie viele im Biologieunterricht gelernt haben beinhaltet Fleisch ca. 80 % Wasser, was für das weitere Verständnis wichtig ist. Im Übrigen liegt der Wasseranteil bei Getreide ca. 15 %, Gemüse kann bei weitem mehr Wasser enthalten.

Getrocknetes Fleisch wird in der Regel als Fleischmehl zugesetzt, dieses kann dann als Fleischmehl, Rinderfleischmehl, Geflügelmehl oder Fischmehl deklariert werden.

Das heißt wenn auf der Verpackung Fleischmehl steht, muss man gedanklich die Menge um 80% erhöhen, denn das wäre die gleiche Menge Fleisch im frischen Zustand.

Aber es gibt auch Hersteller, die deklarieren den Fleischanteil einfach als Fleisch, Geflügel oder Rindfleisch usw. und nicht als Fleischmehl. Wenn das so deklariert ist, kann man davon ausgehen das die Fleischmenge nicht als Trockenmenge angegeben wurde, sondern als Frischfleischmenge. Dadurch kann der augenscheinliche Fleischanteil erhöht werden und es darf an erster Stelle in der Inhaltsdeklaration stehen.

 

Beispiel:

Der Hundefutterhersteller - Testfutter hat auf seiner Verpackung folgendes stehen:

Fleisch, Getreide, Gemüse, usw.

dann gehen wir davon aus das Fleisch den größten Anteil des Futters ausmacht, sagen wir 60% Frischfleisch, 20% Getreide (Mais, Weizen usw.) 10 % Gemüse, 10 % weitere Inhaltsstoffen.

Trocknet man jetzt die 60% Frischfleisch müssen wir folgendes berechnen:

60% Fleisch minus der 80% Wasser, dann verbleiben von den 60 % Frischfleisch nur noch 12 % Fleischmehlanteil, d.h. das Fleisch würde nicht mehr als 1. in der Auflistung stehen dürfen sondern weiter hinten und die Verhältnisse von Getreide und Gemüse verschieben sich nach oben. Was vorher 20% Getreide und Gemüse war, ist jetzt schnell mehr.

 

 

 

Es kann aber noch anders deklariert werden:

Firma Testfutter hat noch ein spezielles Produkt am Markt - Trockenfutter mit Rind, das hat folgende Zusammenstellung:

Rindfleisch (30%), Weizen, Mais, Rübenschnitzel, Fleischmehl, Fischmehl, usw.

 

Jetzt gehen wir davon aus, das sehr viel Rindfleisch im Futter ist und wir unserem Hund was Gutes tun, aber es kommt völlig anders, nämlich:

 

Rindfleisch 30% - 80 % Wasser gleich 6 % Rindfleisch, am meisten ist enthalten Weizen, Mais, Rübenschnitzel, Fleischmehl (Wahrscheinlich Schweinefleisch da es das günstigste am Markt ist) Fischmehl und dann eventuell erst das Rind.

 

Das ist zwar jetzt für den Hund nicht wirklich weiter schlimm, aber für den Verbraucher!!

Da er sich für den höheren Preis entscheidet in dem Glauben das da ja viel teureres Rindfleisch im Futter sein soll – was nicht stimmt.

 

Und es geht noch geschickter, so trennt man einfach gleiche Rohstoffe nach dem Zustand während der Beigabe. So kann man Weizenschrot und Weizenmehl z.B. getrennt auflisten, dadurch rutscht z.B. das Getreide weiter nach hinten.

 

Beispiel:

Eine andere Sorte von Testfutter hat folgende Angaben auf der Verpackung:

Fleischmehl, Weizen, Mais, Weizenmehl, Rübenschnitzel...

 

Auch hier wird wieder getäuscht, durch die Trennung der Weizenbestandteile, rutschen sie weiter nach hinten, dadurch hat man den Eindruck dass der Fleischanteil hoch ist. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus, eigentlich ist Weizen der Hauptbestandteil des Futters.

 

Soweit so gut, nun findet man bei manchen Herstellern noch den Zusatz "Aschearm".

Was ist damit gemeint (Rohasche)?

Der Rohaschegehalt sagt etwas darüber aus, wie viele Mineralien im Futter enthalten sind. Es ist ein theoretischer Wert, der angibt, wie viele unverbrennbare Reste verbleiben, wenn man das Futter bei hoher Temperatur verbrennen würde. Welche Mineralien genau enthalten sind, muss allerdings gesondert aufgeführt werden. Ein hoher Rohaschegehalt weist meist darauf hin, dass viel Knochen oder Eiweiße aus Federn und Ähnlichem mit verarbeitet wurden, was der Verdaulichkeit nicht unbedingt zuträglich ist.

Natürlich sind Mineralien wichtig für eine gesunde Ernährung des Hundes aber ein hoher Rohascheanteil sagt auch aus, dass im Fleischanteil noch viele Knochen enthalten waren, dementsprechend ist das reine Fleisch weniger.

Meyer/Zentek empfehlen einen Rohaschegehalt von unter 10 %. Das ist ein Grenzwert, der bei fast allen herkömmlichen Hundefuttersorten eingehalten wird. Also macht es schon Sinn bei den geeigneten Futtersorten, diejenigen mit einem tieferen Rohaschegehalt zu wählen.

Auch wenn es keinen eindeutigen wissenschaftlichen Beweis für die Schädlichkeit höherer Rohaschegehalte gibt. Aber alles, was der Hund unverdaut wieder ausscheiden muss, belastet seinen Organismus unnötig. Die meisten herkömmlichen Trockenfutter enthalten 6 bis 7.5 % Rohasche.

 

Übrigens:

Manchmal steht in großen Buchstaben auf einem Futtersack «mit feinem Lachs» oder «zartes Lammfleisch», dann einfach mal den Sack oder die Dose umdrehen und das Kleingedruckte lesen. Sehr oft ist das großartig angekündigte Edelfleisch nur in winzigen Mengen enthalten. Steht erst an 5. Stelle in der Deklaration und ist vielleicht sogar noch mit einer Prozentzahl versehen (4% ist üblich).

 

Tipp:

Ganz meiden sollte man Futter, welches pflanzliche Nebenprodukte enthält, vor allem dann wenn diese unter den ersten fünf Nennungen und ohne genauere Beschreibung landen.

Dabei handelt es sich um billige pflanzliche Stoffe, es können sogar Holzschnipsel und zerkleinerte Erdnussschalen darunter sein. Pflanzliche Faserstoffe, die der Hund für seine Verdauung benötigt, sollten idealerweise bereits in ausreichender Menge im Getreide oder Gemüse enthalten sein, das zur Rezeptur gehört.

Bitte bedenkt Hunde sind Canivore, aus diesem Grunde sollte die Haupternährung eines Hundes aus Fleisch bestehen. Das Verdauungssystem des Hundes ist darauf ausgelegt und schon alleine an den Zähnen deutlich erkennbar.

Und ganz wichtig nicht jeder Hund verträgt alles ... daher immer sein Tier auch beobachten. Durchfall, sprödes Fell, Hautprobleme, Geruch, usw. sind gute Indikatoren festzustellen ob das Futter gut für das jeweilige Tier ist und somit vertragen wird!

 

Kategorien: Ernährung

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